Das
HR-Diagramm und die Sterntypen
Sterne sind Sonnen
in verschiedenen Größen und Farben, die so klein wirken, weil
sie weit von uns entfernt sind. In Wahrheit sind sie ungefähr so
groß oder viel größer als unsere Sonne. Wenn man sie in einem
Diagramm nach Oberflächentemperatur und Helligkeit anordnet, so
erhält man das sogenannte Hertzsprung-Russel-Diagramm
(HR-Diagramm).
Überriesen:
In der
kalten, aber hellen Ecke befinden sich die sogenannten
Roten Überriesen, ein seltener Sterntyp. Beispiel für
einen solchen Stern ist Beteigeuze im Orion. Er hat einen
Durchmesser von ca. 1 Milliarde Kilometern. In Orion gibt
es auch einen Blauen, also hellen und heißen,
Überriesen: Rigel. Er ist zehnmal kleiner als
Beteigeuze, aber immer noch fast hundertmal größer als
die Sonne.
Rote
Riesen: Sie
liegen irgendwo oberhalb der Mitte im HR-Diagramm und
sind ein ziemlich häufiger Sterntyp. Sie sind ähnlich
schwer wie die Sonne, aber so aufgebläht, dass sie
Merkur, Venus, Erde und Mars verschlucken würden, wenn
sie an Stelle der Sonne wären. Die meisten sind eher
orange als rot, aber es gibt auch tiefrote, wie z.B. R
Leporis.
Weiße
Zwerge: Das
nukleare Feuer in Weißen Zwergen ist bereits verloschen,
deshalb befinden sie sich weit unten in der kalten,
dunkelen Ecke. Sie sind meist nur so groß wie die Erde,
aber so schwer wie die Sonne. 1 cm³ von ihnen würde
etwa 10 t wiegen. Sie sind wegen ihrer schwachen
Leuchtkraft nur sehr schwer am Nachthimmel zu erblicken.
Rote
Zwerge: Dieser
häufige Sterntyp läuft sozusagen auf Sparflamme. Rote
Zwerge wie z.B. Barnards Stern verbrauchen ihre Reserven
so langsam, dass sie bis zu 10 Milliarden Jahre konstant
Energie abgeben können. Ihre Leuchtkraft ist schwach,
sodass nur benachbarte Rote Zwerge beobachtet werden
können.
Hauptreihensterne: Von der Mitte bis zum kalten,
lichtschwachen Ende der HR-Diagramms zieht sich ein Band
aus Sternen. Diese werden als Hauptreihensterne
bezeichnet. Auch unsere Sonne und die Roten Zwerge
gehören dazu. Die Hauptreihensterne stellen mit Abstand
die häufigsten Sterne dar.
So, jetzt kennen Sie schonmal die wichtigsten Sterntypen. Sie
müssen sich das ja nicht unbedingt merken, aber vielleicht wäre
es ganz praktisch. Man kann nämlich, besonders mit Fernglas oder
Teleskop und etwas Übung, die Sternfarben ganz gut erkennen.
Die scheinbare Helligkeit der Sterne von der Erde aus wird
übrigens in Magnitudenklassen angegeben. Einen Stern -1. Mag.
erkennt man sofort als "hellen" Stern, die Reichweite
des Weltraumteleskops Hubble endet bei ca. 30. Mag. (Sie werden
vielleicht schon bemerkt haben (wenn nicht ist auch nicht
schlimm), dass die Sternhelligkeiten "gerade
andersherum" verlaufen wie die Magnitudezahlen. Ja, da hat
Ihr mathematisches Grundwissen Sie nicht getäuscht... ein Stern
5. Größenklasse ist nicht so hell wie ein Stern 3.
Größenklasse.).
Sterne
sind vergänglich
Wie läuft so ein Sternenleben ab? Sterne entstehen und
vergehen, aber dies geschieht in so großen Zeiträumen, dass man
in Jahrtausenden und Jahrmillionen wohl kaum Veränderungen
feststellen wird. Man kann nur Sterne in verschiedenen
Lebensabschnitten beobachten und daraus Schlüsse ziehen.
- Sterne werden geboren: Der mittlere Stern im Schwert des Orion
erscheint bei Betrachtung mit einem Ferglas oder -rohr
leicht verwaschen. Mit einem guten Teleskop erkennt man
eine Gaswolke. Sie wird von einigen blauen, hellen
Sternen beleuchtet. Diese Sterne sind aus eben dieser
Wolke entstanden. Auch unsere Sonne wurde wahrscheinlich
in solch einer Gas- und Staubwolke geboren.
- Sterne altern: Sterne gewinnen ihre Energie durch
Kernfusion von Wasserstoff zu Helium. Geht der
Wasserstoff aus, wird vermehrt Helium zu Kohlenstoff
fusioniert, und der Stern wird heller, größer und
roter.
Unserer Sonne wird es in einigen Milliarden Jahre wohl so
gehen wie Mira in Cetus. Sie wird sich regelmäßig
aufblähen und wieder zusammenziehen, wie dies bei Mira
schon heute erkennbar ist.
- Kosmische Friedhöfe: Hat ein Stern auch das Helium zur Fusion
zu Kohlenstoff verbraucht, so stößt er seine Gashülle
ab. Diese Hülle bildet dann einen sogenannten
Planetarischen Nebel, der Kern des Sterns bleibt als
Weißer Zwerg zurück.
Sehr massereiche Sterne beenden ihr Leben weit
spektakulärer: mit einer Supernova
- Supernovas
(oder
Supernovae, falls Sie ein alter
Römer sind): Eine Supernova ist nichts
anderes als ein explodierender Riesenstern. 1987 wurde
nach einigen Jahrhunderten Pause zum letzten mal eine
beobachtet. Sie trat in der Großen Maggelanschen Wolke
(GMW) auf, und überstahlte dabei alle anderen
GMW-Sterne. Nur ein Stern mit dem mindestens 10fachen
Gewicht der Sonne kann zur Supernova werden. In diesen
Sternen können bei der fortschreitenden Fusion schwere
Elemente wie Eisen entstehen, während die äußere
Gashülle abgestoßen wird. Dabei kann die Schwerkraft
überhand nehmen, und der Stern stürzt in sich zusammen
um schließlich in einer gewaltigen Explosion
auseinandergerissen zu werden. Die Supernova von 1054
wurde überliefert (ja, das kann so beeindruckend sein,
dass man es 1000 Jahre lang nicht vergisst, oder wie
Tycho Brahe (1546-1601) sagte: "Siehe da, plötzlich
tauchte über mir am Himmel dieser fremde Stern auf ...
ich war völlig überrascht, wie vom Donner
gerührt!"), und man kann ihre Überreste als den
sogenannten Krebs-Nebel im Stier betrachten.
Außer diesem Nebel bleibt ein winziger Neutronenstern
zurück, der allerdings so schwer ist, dass ein Weißer
Zwerg dagegen wie eine Feder wirkt (und wenn Sie jetzt
nicht wissen wie schwer ein Weißer Zwerg schon
ist, dann lesen Sie mal weiter oben nach).
Neutronensterne rotieren sehr schnell (bis zu 1000-mal
pro Sekunde) um ihre eigene Achse und senden dabei
Radiowellen aus. Deshalb tragen Sie auch den treffenden
Namen "Pulsare".
- Schwarze
Löcher:
Ist ein Stern sehr,
sehr schwer, so fällt der Neutronenstern, der nach dem
Abstoß der Gashülle entsteht immer weiter in sich
zusammen, da die Gravitation zu groß für eine Explosion
wie bei einer Supernova ist. Schließlich ist die
Anziehungskraft, die von dem verdichteten Neutronenstern
ausgeht so stark, dass nicht einmal Photonen, also das
Licht, entweichen können. Das passierte mit dem
Partnerstern von HDE 226868 (welcher das ist, weiß ich
auch nicht, ich habe das nur aus einem Buch
abgeschrieben), der nun die Gase von HDE 226868 absaugt,
und dabei Röntgenstrahlung produziert. Hier das Bild
eines Schwarzen Loches (Kern), das unter Lebensgefahr
fotografiert wurde (oder so ähnlich) ;-)
Zurück