No More AOL CDs


Sicher haben auch Sie schon einmal einen Silberling von AOL im Briefkasten oder in einer Zeitschrift gefunden. Allein aus der Computer-BILD fielen schon Millionen CDs mit der Software - trotz vollmundigen Werbesprüchen meistens gleich in den Papierkorb.
Eine Gruppe von Amerikanern hat es sich zur Aufgabe gemacht einem Million dieser CDs zu sammeln und Sie an ihren rechtmäßigen Besitzer - AOL - zurückzugeben. Bei Erstellung dieser Seite hatten sie schon 15.000 CDs, davon 3.000 aus Deutschland. Wenn das Ziel erreicht ist (und sie versprechen durchzuhalten), werden sich 18 Kleinlaster auf den Weg zur AOL-Zentrale machen, um dort die CDs abzuladen.

Die unnützen CDs, die meistens unaufgefordert zugeschickt oder sogar als Postwurfsendung verteilt werden, kosten letztendlich nur Geld (und das wird auf die AOL-Nutzer zurückgeschoben, die bei einer heute unüblichen Grundgebühr von 10 DM im Monat auch noch nicht gerade billige Minutenpreise und Einwahlgebühren zahlen müssen - das ganze bei einer eher langsamen und instabilen Verbindung) und belasten die Umwelt enorm.

Der Nepp auf den der Nutzer hereinfällt wenn er AOL wirklich installiert und sich anmeldet, ist enorm. Ich selber war Kunde bei AOL und spreche deshalb aus Erfahrung. Schon die Aufschrift der CD erinnert eher an ein obskures Postfach-Unternehmen als an den größten Internet-Service-Provider der Welt. Zu jeder Version gehört dabei ein vollkommen von den Tatsachen entfernter Spruch: AOL 4.0 - die Multimedia Show; AOL 5.0 - Noch einfacher ins Internet; AOL 6.0 - Nie war Internet einfacher; AOL 7.0 - Das beste AOL aller Zeiten (erinnert mich das nicht an Windows XP? Hiermit empfehle ich Microsoft öffentlich, AOL zu verklagen. Für mich besteht eine Verwechslungsgefahr ;-). Auch die GRATIS*-Teststunden sind ein unglaublicher Nepp. Die Stunden gelten nur im ersten Monat - dabei sollen in den USA CDs mit 1000 Freistunden aufgetaucht sein - das geht nicht einmal in einem 31-Tage-Monat mit Zeitumstellung und ist deshalb unseriös. Wenn AOL schreibt, die Telefongebühren wären "schon drin" (Franz Beckenbauer lässt grüßen. Hiermit empfehle ich E-plus öffentlich, AOL zu verklagen. Für mich besteht eine Verwechslungsgefahr ;-), dann ist das nur eine Tatsache, die bei allen heutigen Providern zutrifft (ausgenommen örtliche Einwahlserver, aber die werden sowieso nur sonntags von T-ISDN-XXLern benutzt). Tatsächlich ist es nicht so leicht, sich AOL wieder vom Bein zu schütteln, sobald man mal angemeldet ist. Es wird von Fällen berichtet, bei denen ein halbes Jahr nach der schriftlichen Kündigung trotz Vertragsbindung von nur einem Monat noch Geld vom Konto abgebucht wurde. Zudem ist AOL (das habe ich selbst erlebt) zu blöd die Zeit umzustellen. Ich nutzte einen Schülertarif, bei dem man Wochentags von 14-18 Uhr eine "Teilzeit-Flatrate" für 10 DM im Monat hat. Nach einer Zeitumstellung berechnete AOL mir die über die "alte" Zeit hinausgehende Onlinezeit, bis ich zufällig die Rechnung kontrollierte und den Fehler bemerkte. Bei einem Freund von mir mit dem gleichen Tarif verhielt es sich nicht anders.

Ich ziehe ja nicht gerne über Leute her - moment, doch das tue ich eigentlich am allerliebsten. Jedenfalls: die AOL-Service-Mitarbeiter sind absolut ahnungslos. Auf meinem Rechner lief zuletzt AOL 4.0, da ich selbst mit der "Hilfe" der "Tech-Pro"s AOL 5.0 und 6.0 nicht dazu brachte, mit meiner Hardware zusammenzuarbeiten. Ihre Tipps machten es meistens nur noch schlimmer. Ältere e-Mails kann man bei AOL nicht mehr beantworten oder weiterleiten - laut einem Tech-Pro ein "Temporäres Problem. Wir versuchen die Störung so schnell wie möglich zu beseitigen". Diese Strg-C - Strg-V - Antwort entsprach nicht den Tatsachen, wie ein anderer Tech-Pro zu berichten wusste: Wenn die mails nicht mehr auf dem AOL-Server sind, können sie auch nicht mehr weitergeleitet oder beantwortet werden (was technisch absolut unter aller Sau ist).

Nichtsdestotrotz (eines meiner Lieblingswörter) - wenn Sie überzeugter AOL-Kunde sind, ist es trotzdem in Ihrem Interesse, die CD-Werbung zu stoppen. Schließlich sind Sie am Ende der, der es bezahlen muss.

Deshalb: schicken Sie ihre AOL-CDs (und auch die von Compuserve, einer AOL-Tochterfirma) an die deutsche Filiale oder direkt nach Amerika. Dort finden Sie auch weitere Informationen und aktuelle Bilder und Zahlen. Wenn Sie in meiner Gegend wohnen, können Sie die CDs auch gerne an mich weitergeben. Ich schicke sie wenn es sich lohnt als Päckchen ab.


Zur Sammlung meiner CDs (hier nochmals Danke an André Stauss, Holger Kadau, Christoph Kubotsch und mich, die wir alle dazu beigetragen haben) hier eine Bild und eine Statistik der Häufigkeit der verschiedenen GRATIS*-Teststunden. Das Päckchen wird bald losgeschickt (oder ist schon, je nach dem wie aktuell diese Seite zur Zeit ist).

Wie viele CDs mit wie vielen Freistunden? So sehen ca. 50 AOL- und Compuserve-CDs auf einem Haufen aus

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last modified: 11.03.02